Diesen Beitrag habe ich frecher Weise aus dem Blog von Fabian kopiert:
Me’a She’arim
11. Dezember 2007
Gestern, am vorletzten Tag des Chanuka-Festes habe ich mit einer kleinen Gruppe das wohl bekannteste orthodoxe bis ultraorthodoxe Viertel in Jerusalem besichtigt und dabei einiges über die Gesellschaftsstruktur Israels erfahren. Offenbar kann der Staat doch froh sein, die Palästinenser zu haben, weil der Konflikt mit denen die innerpolitischen Spannungen weniger wichtig erscheinen lässt. Wie tief der Graben zwischen Säkularen und Orthodoxen (und nicht zuletzt den verschiendenen orthodoxen Gruppierungen untereinander) ist, ist mir erst gestern klar geworden.
In Me’a She’arim herrscht eine strikte Kleiderordnung, auf die auch mit Schildern hingewiesen wird. Sprich, Frauen haben lange Kleider zu tragen und ihr Haupthaar möglichst zu verbergen. Vorausgesetzt, man kommt überhaupt weit: wir kamen nicht bis in den historischen Kern des Viertels, weil zwischendurch einige Anwohner lautstark ihren Unmut über unsere (Gruppenstärke leicht über 10 Leute, was schon auffällig und unanständig ist) Anwesenheit geäußert haben. Ein Teilnehmer wurde von einem Ei (roh) getroffen. Mahlzeit!
Hinterher, das muss der Fairness halber erwähnt sein, kam ein anderer Einheimischer zu uns, der das Geschehen beobachtet hatte und entschuldigte sich für das Verhalten der Eierwerfer. Die Leute in den Läden, an denen wir vorbeikamen, waren alles in allem auch eher zuvorkommend, aber das ist nunmal nicht das, woran man sich hinterher als erstes erinnert. Interessant war es auf jeden Fall.
Glücklicher Weise habe ich an dieser interessanten Tour auch Teil genommen.
Donnerstag, 13. Dezember 2007
Alltag...
In den letzten Wochen ist nicht besonders viel passiert.
Ich bin ganz normal morgens zur Schule geganden, habe Stunden gegeben und allen möglichen Bürokram erledigt - meine Arbeit im Kindergarten nicht zu vergessen. Allerdings haben am 6. Dezember die Halbjahres-Prüfungen angefangen, was den ganzen Tagesablauf etwas durcheinander bringt. Unterricht habe ich seitdem nichtmehr gemacht, allerdings kam dafür doppelt so viel andere Arbeit auf mich zu - was so nicht zu erwarten war...
Meine Schüler haben in den Prüfungen recht gut abgeschnitten, was mich sehr gefreut hat. Allerdings beinhalteten die Tests natürlich auch nur das, was wir im Unterricht behnadelt haben, was einem erheblich niedrigeren Level entspricht, als dem tatsächlichen Deutschunterricht ihrer Klassenkameraden.
Außerhalb des Unterrichts bekomme ich so langsam immer mehr mit von den Schülern. Sie scheinen langsam Vertrauen zu fassen und im Kindergarten werde ich jedesmal mit einem lauten "saba ilcher" (guten morgen) begrüßt. Sind echt süße Knirpse.
Allerdings muss man sich immer wieder bewusst machen, dass diese Kinder schon einiges durchlebt haben. Ein paar haben gesehen, wie ihre Eltern von israelischem Militär verprügelt und gedemütigt wurden, ein paar haben ihre Eltern verloren, alle waren 40 Tage zu Hause mit der ganzen Familie eingesperrt. Lernt man die Kinder und Jugendlichen hier kennen, sieht man kaum einen Unterschied - nur vielleicht, dass sie extrem laut sind. Schaut man jedoch genauer hin, so kann man eine unheimliche Unruhe erkennen. Ja, natürlich sind Tennager und Kinder immer aktiv, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Ich habe bis jetzt nur wenige getroffen, die eine gewisse Gelassenheit ausstrahlten - was bei uns eher selbstverständlich ist.
Allerdings ist es natürlich immer schwierig zu unterscheiden, ob das einfach an der Mentalität der Araber liegt, oder ob es wirklich eine tiefer liegenden Grund gibt.
Die Gesamtsitution hier ist nach wie vor angespannt - nicht zuletzt, da letzte Woche ein palästinensischer Polizist von einem israelischen Soldaten mitten am Nachmittag auf offener Straße in Betlehem erschossen wurde. Bisher habe ich nur mitbekommen, dass es sich wohl um eine normale Verkehrskontrolle gehandelt hat. Ja, sowas passiert hier öfter, allerdings sehr selten in der Gegend um Betlehem - und noch dazu nicht weit von meiner Wohnung. War etwas erschreckend.
Dennoch sind die Mesiten hier sehr freundlich und hilfsbereit. Ich habe noch niemanden getroffen, der eine neue Eskalation des Konflikts befürwortet. Ausserdem gibt es gerade Verhadlungen zwischen Hamas und Fateh, die zum Ziel eine friedliche Wiedervereinigung der Palästinensergebiete haben - scheint recht Aussichtsreich zu sein. Dies würde vor allem eine gewaltsame Übernahme des Westjordanlandes durch die Hamas verhindern, wovor viele hier Angst haben.
Im tägliche Leben betreffen mich diese Dinge aber kaum. Ich habe eher mit der etwas fahrigen Mentlität der Palästinenser zu kämpfen. Es ist schwierig sich mit jemandem zu unterhalten, der einen ständig unterbricht und Fragen nicht beantwortet, sondern eine Geschichte dazu erzählt.
Letztens hbe ich einen Kollegen gefragt, ob sich im nächsten Semester für mich betreffend meines Deutschunterrichtes etwas ändern würde. Es hat geschlagene zehn Minuten gebraucht mir zu sagen, dass alles beim Alten bleibt... :-)
An den etwas wilden Verkehr und die "öffentlichen Verkehrsmittel" habe ich mich zum Glück inzwischen gewöhnt.
Achso, hier hat es im Moment übrigens um die 20°C und Sonnenschein...
- ein bisschen Spaß muss sein ;-)
Ich bin ganz normal morgens zur Schule geganden, habe Stunden gegeben und allen möglichen Bürokram erledigt - meine Arbeit im Kindergarten nicht zu vergessen. Allerdings haben am 6. Dezember die Halbjahres-Prüfungen angefangen, was den ganzen Tagesablauf etwas durcheinander bringt. Unterricht habe ich seitdem nichtmehr gemacht, allerdings kam dafür doppelt so viel andere Arbeit auf mich zu - was so nicht zu erwarten war...
Meine Schüler haben in den Prüfungen recht gut abgeschnitten, was mich sehr gefreut hat. Allerdings beinhalteten die Tests natürlich auch nur das, was wir im Unterricht behnadelt haben, was einem erheblich niedrigeren Level entspricht, als dem tatsächlichen Deutschunterricht ihrer Klassenkameraden.
Außerhalb des Unterrichts bekomme ich so langsam immer mehr mit von den Schülern. Sie scheinen langsam Vertrauen zu fassen und im Kindergarten werde ich jedesmal mit einem lauten "saba ilcher" (guten morgen) begrüßt. Sind echt süße Knirpse.
Allerdings muss man sich immer wieder bewusst machen, dass diese Kinder schon einiges durchlebt haben. Ein paar haben gesehen, wie ihre Eltern von israelischem Militär verprügelt und gedemütigt wurden, ein paar haben ihre Eltern verloren, alle waren 40 Tage zu Hause mit der ganzen Familie eingesperrt. Lernt man die Kinder und Jugendlichen hier kennen, sieht man kaum einen Unterschied - nur vielleicht, dass sie extrem laut sind. Schaut man jedoch genauer hin, so kann man eine unheimliche Unruhe erkennen. Ja, natürlich sind Tennager und Kinder immer aktiv, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Ich habe bis jetzt nur wenige getroffen, die eine gewisse Gelassenheit ausstrahlten - was bei uns eher selbstverständlich ist.
Allerdings ist es natürlich immer schwierig zu unterscheiden, ob das einfach an der Mentalität der Araber liegt, oder ob es wirklich eine tiefer liegenden Grund gibt.
Die Gesamtsitution hier ist nach wie vor angespannt - nicht zuletzt, da letzte Woche ein palästinensischer Polizist von einem israelischen Soldaten mitten am Nachmittag auf offener Straße in Betlehem erschossen wurde. Bisher habe ich nur mitbekommen, dass es sich wohl um eine normale Verkehrskontrolle gehandelt hat. Ja, sowas passiert hier öfter, allerdings sehr selten in der Gegend um Betlehem - und noch dazu nicht weit von meiner Wohnung. War etwas erschreckend.
Dennoch sind die Mesiten hier sehr freundlich und hilfsbereit. Ich habe noch niemanden getroffen, der eine neue Eskalation des Konflikts befürwortet. Ausserdem gibt es gerade Verhadlungen zwischen Hamas und Fateh, die zum Ziel eine friedliche Wiedervereinigung der Palästinensergebiete haben - scheint recht Aussichtsreich zu sein. Dies würde vor allem eine gewaltsame Übernahme des Westjordanlandes durch die Hamas verhindern, wovor viele hier Angst haben.
Im tägliche Leben betreffen mich diese Dinge aber kaum. Ich habe eher mit der etwas fahrigen Mentlität der Palästinenser zu kämpfen. Es ist schwierig sich mit jemandem zu unterhalten, der einen ständig unterbricht und Fragen nicht beantwortet, sondern eine Geschichte dazu erzählt.
Letztens hbe ich einen Kollegen gefragt, ob sich im nächsten Semester für mich betreffend meines Deutschunterrichtes etwas ändern würde. Es hat geschlagene zehn Minuten gebraucht mir zu sagen, dass alles beim Alten bleibt... :-)
An den etwas wilden Verkehr und die "öffentlichen Verkehrsmittel" habe ich mich zum Glück inzwischen gewöhnt.
Achso, hier hat es im Moment übrigens um die 20°C und Sonnenschein...
- ein bisschen Spaß muss sein ;-)
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