

Jerusalem!
Sonntag mittag gings los, zusammen mit Kathi (Deutschlehrerin an meiner Schule). Nach nem Kurzen Kaffee mit einer Kollegin gings dann auch direkt in die Altstadt, welche das Zentrum von Jerusalem bildet. Allerdings fühlt man sich alles andere als im Zentrum einer normalen Großstadt, vielmehr kam bei mir der Eindruck eines nicht enden wollenden arabischen Bazars auf. Man drängelt und quetscht sich durch total überfüllt Gassen. An beiden Seiten der Gassen (ca. 2-3m breit) ist ein Laden neben dem anderen und von jedem stöhmen einem die verschiedensten Gerüche entgegen. Schließlich sind wir wirklich auf dem arabischen Markt gelandet - es war ohrenbetäubend laut, da jeder seine Waren lauthals anpries.
Wie ihr aber vielleicht wisst ist im Moment Ramadan - alle Muslime fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, was heißt, dass sobald es soweit ist, alle nach Hause stürmen, um zu essen. Als also so gegen 6h die Sonne unterging leerten sich die Gassen innerhalb von Minuten. Wo sich vorher noch die Menschenmassen drängelten saßen jetzt ein paar Christen vor ihren Läden, in der Hoffnung, dass doch noch jemand vorbei kommt.
Ach ja, wer immer vorbei kommt sind israelische Polizisten und Soldaten. In der ganzen Stadt wimmelt es nur so von ihnen - und alle tragen eine geladene Waffe. Die Polizisten so ne normale kleine, die Soldaten hingegen sieht man immer nur mit MG.
Ja, man wird hier doch des öfteren kontrolliert. Wenn man in die pal. Gebiete rein will, winken sie einen nur durch. Will man allerdings raus, muss man oft etwas Zeit einplanen. An jedem Checkpoint müssen alle aus dem Bus aussteigen und ihren Pass zeigen. Manche Checkpoints sind echt unmenschlich: Man wird durch so Gitter geschläust, wie wenn man Tiere in eine bestimmte Richtung leiten will. Wisst ihr, was ich meine? Naja, die Soldaten sind auch nicht gerade nett...
Aber solange man drin bleibt, ist das ja alles kein Problem - es haben sowieso nur die wenigsten hier ein Permit die Gebiete zu verlassen. Viele waren seit Jahren nichtmehr in Jerusalem.
Und dann natürlich DAS Thema: die 2. Intifada. Naja, viele haben Freunde, Bekannte oder Verwandte verloren, eine Schülerin von mir ihren Bruder. Er war 15 und wurde ohne weitere Warnungen im Wohnzimmer der Familie erschossen. Naja, nur eine von vielen Geschichten.
Man merkt auch an den Schülern, dass sie wohl nicht die beste Kindheit hatten. Die meisten sind sehr unruhig, sehr laut und nervös. Nicht immer einfach. Im Schulbus mit zu fahren kostet mich eine Menge Nerven... :-)
Naja, muss jetzt mal meine Stunden vorbereiten - morgen wieder die volle Ladung...
Bis bald!