Montag, 28. Januar 2008

Gaza

Wie ihr vielleicht inzwischen mitbekommen habt wohne ich in Bethehem. Bethlehem ist eine kleine, ruhige Ortschaft in der Nähe von Jerusalem - gaaanz weit weg von Gaza.
Naja, nicht weit weg für Deutsche oder gar Europäische Verhältnisse, in diesem Land sind zwei Stunden Fahrt aber schon eine ganze Menge. Diese Tatsache führt dazu, dass man, wenn man im ruhigen Bethlehem wohnt, diesen ganzen Trubel um die Schließung der Grenze ohne Probleme umgehen kann. Wenn man will bekommt man nichts davon mit.

Aber glaubt ihr wirklich ich würde mich raus halten, wenn 1.500.000 Menschen auf einer Fläche eingesperrt werden, die nichtmal halb so groß ist wie Hamburg (360km2), ohne medizinische versorgung, Essen oder Wasserfilter?

Am Samstag fand eine kleine Demo statt, bei der alle möglichen israelischen und palästinensischen Friedens Organisationen vertreten waren. Wir sind im Konvoi zum Erez Checkpoint an der Nordseite des Gazastreifens gefahren und haben Fahnen geschwungen, es wurde gesungen, Parolen zum besten gegeben und es fand eine Kundgebung statt. Die Demonstranten kamen aus allen Teilen Palästinas und Israels und sogar die israelische Polizei schien der ganzen Aktion nicht abgeneigt zu sein. Paralell gab es eine Demo auf Seiten der Palästinenser am gleichen Checkpoint. Sehen konnten wir sie aber leider nicht - die Mauer war im Weg.

Es war ein echtes Erlebnis mal Juden, Christen und Muslime; Israelis, Palästinenser und Internationals zusammen stehen und für etwas kämpfen zu sehen! Die Demo hat Hoffnung gemacht - auch wenn die Situation im Gazastreifen im Moment alles andere als Hoffnungsvoll ist.

Bilder kann ich hoffentlich bald ein paar nachliefern.

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