Diesen Beitrag habe ich frecher Weise aus dem Blog von Fabian kopiert:
Me’a She’arim
11. Dezember 2007
Gestern, am vorletzten Tag des Chanuka-Festes habe ich mit einer kleinen Gruppe das wohl bekannteste orthodoxe bis ultraorthodoxe Viertel in Jerusalem besichtigt und dabei einiges über die Gesellschaftsstruktur Israels erfahren. Offenbar kann der Staat doch froh sein, die Palästinenser zu haben, weil der Konflikt mit denen die innerpolitischen Spannungen weniger wichtig erscheinen lässt. Wie tief der Graben zwischen Säkularen und Orthodoxen (und nicht zuletzt den verschiendenen orthodoxen Gruppierungen untereinander) ist, ist mir erst gestern klar geworden.
In Me’a She’arim herrscht eine strikte Kleiderordnung, auf die auch mit Schildern hingewiesen wird. Sprich, Frauen haben lange Kleider zu tragen und ihr Haupthaar möglichst zu verbergen. Vorausgesetzt, man kommt überhaupt weit: wir kamen nicht bis in den historischen Kern des Viertels, weil zwischendurch einige Anwohner lautstark ihren Unmut über unsere (Gruppenstärke leicht über 10 Leute, was schon auffällig und unanständig ist) Anwesenheit geäußert haben. Ein Teilnehmer wurde von einem Ei (roh) getroffen. Mahlzeit!
Hinterher, das muss der Fairness halber erwähnt sein, kam ein anderer Einheimischer zu uns, der das Geschehen beobachtet hatte und entschuldigte sich für das Verhalten der Eierwerfer. Die Leute in den Läden, an denen wir vorbeikamen, waren alles in allem auch eher zuvorkommend, aber das ist nunmal nicht das, woran man sich hinterher als erstes erinnert. Interessant war es auf jeden Fall.
Glücklicher Weise habe ich an dieser interessanten Tour auch Teil genommen.
Donnerstag, 13. Dezember 2007
Alltag...
In den letzten Wochen ist nicht besonders viel passiert.
Ich bin ganz normal morgens zur Schule geganden, habe Stunden gegeben und allen möglichen Bürokram erledigt - meine Arbeit im Kindergarten nicht zu vergessen. Allerdings haben am 6. Dezember die Halbjahres-Prüfungen angefangen, was den ganzen Tagesablauf etwas durcheinander bringt. Unterricht habe ich seitdem nichtmehr gemacht, allerdings kam dafür doppelt so viel andere Arbeit auf mich zu - was so nicht zu erwarten war...
Meine Schüler haben in den Prüfungen recht gut abgeschnitten, was mich sehr gefreut hat. Allerdings beinhalteten die Tests natürlich auch nur das, was wir im Unterricht behnadelt haben, was einem erheblich niedrigeren Level entspricht, als dem tatsächlichen Deutschunterricht ihrer Klassenkameraden.
Außerhalb des Unterrichts bekomme ich so langsam immer mehr mit von den Schülern. Sie scheinen langsam Vertrauen zu fassen und im Kindergarten werde ich jedesmal mit einem lauten "saba ilcher" (guten morgen) begrüßt. Sind echt süße Knirpse.
Allerdings muss man sich immer wieder bewusst machen, dass diese Kinder schon einiges durchlebt haben. Ein paar haben gesehen, wie ihre Eltern von israelischem Militär verprügelt und gedemütigt wurden, ein paar haben ihre Eltern verloren, alle waren 40 Tage zu Hause mit der ganzen Familie eingesperrt. Lernt man die Kinder und Jugendlichen hier kennen, sieht man kaum einen Unterschied - nur vielleicht, dass sie extrem laut sind. Schaut man jedoch genauer hin, so kann man eine unheimliche Unruhe erkennen. Ja, natürlich sind Tennager und Kinder immer aktiv, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Ich habe bis jetzt nur wenige getroffen, die eine gewisse Gelassenheit ausstrahlten - was bei uns eher selbstverständlich ist.
Allerdings ist es natürlich immer schwierig zu unterscheiden, ob das einfach an der Mentalität der Araber liegt, oder ob es wirklich eine tiefer liegenden Grund gibt.
Die Gesamtsitution hier ist nach wie vor angespannt - nicht zuletzt, da letzte Woche ein palästinensischer Polizist von einem israelischen Soldaten mitten am Nachmittag auf offener Straße in Betlehem erschossen wurde. Bisher habe ich nur mitbekommen, dass es sich wohl um eine normale Verkehrskontrolle gehandelt hat. Ja, sowas passiert hier öfter, allerdings sehr selten in der Gegend um Betlehem - und noch dazu nicht weit von meiner Wohnung. War etwas erschreckend.
Dennoch sind die Mesiten hier sehr freundlich und hilfsbereit. Ich habe noch niemanden getroffen, der eine neue Eskalation des Konflikts befürwortet. Ausserdem gibt es gerade Verhadlungen zwischen Hamas und Fateh, die zum Ziel eine friedliche Wiedervereinigung der Palästinensergebiete haben - scheint recht Aussichtsreich zu sein. Dies würde vor allem eine gewaltsame Übernahme des Westjordanlandes durch die Hamas verhindern, wovor viele hier Angst haben.
Im tägliche Leben betreffen mich diese Dinge aber kaum. Ich habe eher mit der etwas fahrigen Mentlität der Palästinenser zu kämpfen. Es ist schwierig sich mit jemandem zu unterhalten, der einen ständig unterbricht und Fragen nicht beantwortet, sondern eine Geschichte dazu erzählt.
Letztens hbe ich einen Kollegen gefragt, ob sich im nächsten Semester für mich betreffend meines Deutschunterrichtes etwas ändern würde. Es hat geschlagene zehn Minuten gebraucht mir zu sagen, dass alles beim Alten bleibt... :-)
An den etwas wilden Verkehr und die "öffentlichen Verkehrsmittel" habe ich mich zum Glück inzwischen gewöhnt.
Achso, hier hat es im Moment übrigens um die 20°C und Sonnenschein...
- ein bisschen Spaß muss sein ;-)
Ich bin ganz normal morgens zur Schule geganden, habe Stunden gegeben und allen möglichen Bürokram erledigt - meine Arbeit im Kindergarten nicht zu vergessen. Allerdings haben am 6. Dezember die Halbjahres-Prüfungen angefangen, was den ganzen Tagesablauf etwas durcheinander bringt. Unterricht habe ich seitdem nichtmehr gemacht, allerdings kam dafür doppelt so viel andere Arbeit auf mich zu - was so nicht zu erwarten war...
Meine Schüler haben in den Prüfungen recht gut abgeschnitten, was mich sehr gefreut hat. Allerdings beinhalteten die Tests natürlich auch nur das, was wir im Unterricht behnadelt haben, was einem erheblich niedrigeren Level entspricht, als dem tatsächlichen Deutschunterricht ihrer Klassenkameraden.
Außerhalb des Unterrichts bekomme ich so langsam immer mehr mit von den Schülern. Sie scheinen langsam Vertrauen zu fassen und im Kindergarten werde ich jedesmal mit einem lauten "saba ilcher" (guten morgen) begrüßt. Sind echt süße Knirpse.
Allerdings muss man sich immer wieder bewusst machen, dass diese Kinder schon einiges durchlebt haben. Ein paar haben gesehen, wie ihre Eltern von israelischem Militär verprügelt und gedemütigt wurden, ein paar haben ihre Eltern verloren, alle waren 40 Tage zu Hause mit der ganzen Familie eingesperrt. Lernt man die Kinder und Jugendlichen hier kennen, sieht man kaum einen Unterschied - nur vielleicht, dass sie extrem laut sind. Schaut man jedoch genauer hin, so kann man eine unheimliche Unruhe erkennen. Ja, natürlich sind Tennager und Kinder immer aktiv, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Ich habe bis jetzt nur wenige getroffen, die eine gewisse Gelassenheit ausstrahlten - was bei uns eher selbstverständlich ist.
Allerdings ist es natürlich immer schwierig zu unterscheiden, ob das einfach an der Mentalität der Araber liegt, oder ob es wirklich eine tiefer liegenden Grund gibt.
Die Gesamtsitution hier ist nach wie vor angespannt - nicht zuletzt, da letzte Woche ein palästinensischer Polizist von einem israelischen Soldaten mitten am Nachmittag auf offener Straße in Betlehem erschossen wurde. Bisher habe ich nur mitbekommen, dass es sich wohl um eine normale Verkehrskontrolle gehandelt hat. Ja, sowas passiert hier öfter, allerdings sehr selten in der Gegend um Betlehem - und noch dazu nicht weit von meiner Wohnung. War etwas erschreckend.
Dennoch sind die Mesiten hier sehr freundlich und hilfsbereit. Ich habe noch niemanden getroffen, der eine neue Eskalation des Konflikts befürwortet. Ausserdem gibt es gerade Verhadlungen zwischen Hamas und Fateh, die zum Ziel eine friedliche Wiedervereinigung der Palästinensergebiete haben - scheint recht Aussichtsreich zu sein. Dies würde vor allem eine gewaltsame Übernahme des Westjordanlandes durch die Hamas verhindern, wovor viele hier Angst haben.
Im tägliche Leben betreffen mich diese Dinge aber kaum. Ich habe eher mit der etwas fahrigen Mentlität der Palästinenser zu kämpfen. Es ist schwierig sich mit jemandem zu unterhalten, der einen ständig unterbricht und Fragen nicht beantwortet, sondern eine Geschichte dazu erzählt.
Letztens hbe ich einen Kollegen gefragt, ob sich im nächsten Semester für mich betreffend meines Deutschunterrichtes etwas ändern würde. Es hat geschlagene zehn Minuten gebraucht mir zu sagen, dass alles beim Alten bleibt... :-)
An den etwas wilden Verkehr und die "öffentlichen Verkehrsmittel" habe ich mich zum Glück inzwischen gewöhnt.
Achso, hier hat es im Moment übrigens um die 20°C und Sonnenschein...
- ein bisschen Spaß muss sein ;-)
Freitag, 30. November 2007
Achso, noch was...
... wenn mir tatsächlich jemand einen Brief schreiben wollen sollte: Es gibt da eine Möglichkeit! Und ich hab neuerdings auch eine echte Festnetz Nummer. *oho*
Also, wenn jemand Interesse hat vielleicht einfach kurz ne e-mail schreiben. Ich schick euch die Daten dann gerne zu.
Also, wenn jemand Interesse hat vielleicht einfach kurz ne e-mail schreiben. Ich schick euch die Daten dann gerne zu.
Erdbeben
...hat es bis jetzt noch nicht gegeben. Allerdings wurden diesen Donnerstag etliche Schulen und Universitäten evakuiert, da wohl eins im Anmarsch war.
Schon seit ein paar Jahren wird vorrausgesagt, dass es hier in der Gegend - ausgehend vom Toten Meer - irgendwann in absehbarer Zeit ein ziemlich heftiges Erdbeben geben soll. Vor ein oder zwei Wochen hat sich dann zwei mal innerhalb von ein paar Tagen die Erde bewegt. Es war wohl deutlich spürbar, allerdings in der Nacht, weswegen ich davon nichts mitbekommen habe.
Nun haben die Menschen hier natürlich besonders Angst, dass diese kleineren Beben Vorbeben gewesen sein könnten.
Das Beben am Donnerstag sollte eine Stärke von 7,.. auf der Richter Skala haben.
Allerdings kam es nicht.
War ganz amüsant mit anzusehen, wie die halbe Schule durchgedreht ist. Die Schüler wurden auf dem Pausenhof versammelt und hatten eine gute Zeit, während Eltern und Kollegium (zum Teil) am Rotieren waren.
Im Endeffekt stellte sich heraus, dass das Beben (wohl recht schwach) garnicht bis Betlehem vorgedrungen ist.
Also: Alle Schüler wieder rein und der Unterricht ging (nach 1 1/2 Std) normal weiter.
Eine wilkommene Abwechslung!
Mal schauen, ob das Beben wirklich noch kommt.
w
Schon seit ein paar Jahren wird vorrausgesagt, dass es hier in der Gegend - ausgehend vom Toten Meer - irgendwann in absehbarer Zeit ein ziemlich heftiges Erdbeben geben soll. Vor ein oder zwei Wochen hat sich dann zwei mal innerhalb von ein paar Tagen die Erde bewegt. Es war wohl deutlich spürbar, allerdings in der Nacht, weswegen ich davon nichts mitbekommen habe.
Nun haben die Menschen hier natürlich besonders Angst, dass diese kleineren Beben Vorbeben gewesen sein könnten.
Das Beben am Donnerstag sollte eine Stärke von 7,.. auf der Richter Skala haben.
Allerdings kam es nicht.
War ganz amüsant mit anzusehen, wie die halbe Schule durchgedreht ist. Die Schüler wurden auf dem Pausenhof versammelt und hatten eine gute Zeit, während Eltern und Kollegium (zum Teil) am Rotieren waren.
Im Endeffekt stellte sich heraus, dass das Beben (wohl recht schwach) garnicht bis Betlehem vorgedrungen ist.
Also: Alle Schüler wieder rein und der Unterricht ging (nach 1 1/2 Std) normal weiter.
Eine wilkommene Abwechslung!
Mal schauen, ob das Beben wirklich noch kommt.
w
Mittwoch, 28. November 2007
still alive!
So, nun also der erste Eintrag aus meiner neuen Bleibe!
Ich bin vor ... 3 (?) Wochen umgezogen und genieße das "nichtmehr alleine sein", die Wärme und den Kühlschrank in vollen Zügen :-)
In den letzten Wochen ist die Zeit nur so dahin geflogen.
Ich habe mehr oder weniger viel gearbeitet - habe ganz normalen Unterrich gemacht, Tests schreiben lassen, Arbeitsblätter für andere Lehrer vorbereitet, Weihnachtskarten-Texte formuliert und allen möglichen Papierkram erledigt.
Aßerdem waren wir (Kathy, Fabian und ich) für zwei Tage am Roten Meer, genauer genommen in Eilat (Sonne, Strand, Meer und an die 30° mitte November) und mal wieder am Toten Meer.
Alles hat sich irgendwie ingependelt. Unter der Woche arbeite ich, am Wochenende (genau genommen Freitag und Sonntag) treffe ich mich Freunden oder wir unternehmen irgendwas.
Mit der Mentalität der Menschen komme ich so langsam ganz gut zurrecht, auch wenn es mich immernoch nervt, wenn ich zB zwei Minuten vor Unterrichtsbeginn erfahre, dass meine Stunde ausfällt oder die Tatsache, dass ein Tag nie so abläuft, wie geplant.
Etwas hat sich aber doch verändert in den letzten paar Wochen.
Als Beispiel: Letzten Samstag haben wir abends gegrillt auf der Dachterasse eines Freundes. Es war dunkel, die engen Straßen, die sich den Berg hoch winden nur sporadisch beleuchtet. Dann ein tiefes Brummen von allen Seiten.
Wir befanden uns ganz in der Nähe von einem Flüchtlingslager (es gibt drei) und eine Kolonne von 10 israelischen Militärjeeps schlängelte sich den Berg hoch in Richtung des Camps. Vermutlich haben sie jemanden verhaftet.
Es war nicht schlimm die Jeeps zu hören oder zu sehen, das gehört in gewissem Maße zum Alltag, aber die ganze Situation, die Stimmung war irgendwie bedrückend.
Es kommt mir vor, als nähme ich diese Dinge so langsam überhaupt erst war, als hätte ich es vorher garnicht nicht gesehen.
Man kann hier ohne Probleme nichts sehen!
Ach ja, im Moment ist es sowieso etwas kritisch, wegen der Konferenz in Annapolis. Ich nehme mal an ihr habt davon gehört?
Die Menschen hier sind nicht gerade begeistert davon. Und so gab es dann gestern auch eine große Demonstration in Betlehem und ich glaube auch in Ramallah und Gaza gegen die Konferenz. Es kam zu kleineren Ausschreitungen, ein paar Männer wurden ernsthaft verletzt usw. Wir haben von dem ganzen Spaß nichts (!) mitbekommen, obwohl wir nun wirklich nicht weit vom Zentrum entfernt wohnen.
Mal schauen, wie das in den kommenden Tagen weiter geht.
Ich glaube nicht, dass etwas passieren wird, aber so eine gewisse Unruhe ist schon da.
Aber genug der Schwarzmalerei!
Ich habe hier trotz allem einen ganz normalen Alltag, ganz normale Freunde mit denen ich mich in ganz normalen Kneipen treffe. Nur manchmal ist manches halt ein bisschen anders.
Also, kein Grund zur Sorge!
Achso, apropos normal: Nächsten Samstag ist eine Art Weihnachtsmarkt in Jerusalem und wir (Kathy und ich) arbeiten am Glühwein Stand. Wird bestimmt ein heiden Spaß. Und gleich am nächsten Tag ist Weihnachtsmarkt in Betlehem. Mit unseren neu gekauften Nikolaus Mützen komme ich dann bestimmt so richtig in vorweihnachtliche Stimmung... :-)
Ich wünsch euch allen eine schöne Adventszeit!!!
Liebe Grüße,
Wiebke
Ich bin vor ... 3 (?) Wochen umgezogen und genieße das "nichtmehr alleine sein", die Wärme und den Kühlschrank in vollen Zügen :-)
In den letzten Wochen ist die Zeit nur so dahin geflogen.
Ich habe mehr oder weniger viel gearbeitet - habe ganz normalen Unterrich gemacht, Tests schreiben lassen, Arbeitsblätter für andere Lehrer vorbereitet, Weihnachtskarten-Texte formuliert und allen möglichen Papierkram erledigt.
Aßerdem waren wir (Kathy, Fabian und ich) für zwei Tage am Roten Meer, genauer genommen in Eilat (Sonne, Strand, Meer und an die 30° mitte November) und mal wieder am Toten Meer.
Alles hat sich irgendwie ingependelt. Unter der Woche arbeite ich, am Wochenende (genau genommen Freitag und Sonntag) treffe ich mich Freunden oder wir unternehmen irgendwas.
Mit der Mentalität der Menschen komme ich so langsam ganz gut zurrecht, auch wenn es mich immernoch nervt, wenn ich zB zwei Minuten vor Unterrichtsbeginn erfahre, dass meine Stunde ausfällt oder die Tatsache, dass ein Tag nie so abläuft, wie geplant.
Etwas hat sich aber doch verändert in den letzten paar Wochen.
Als Beispiel: Letzten Samstag haben wir abends gegrillt auf der Dachterasse eines Freundes. Es war dunkel, die engen Straßen, die sich den Berg hoch winden nur sporadisch beleuchtet. Dann ein tiefes Brummen von allen Seiten.
Wir befanden uns ganz in der Nähe von einem Flüchtlingslager (es gibt drei) und eine Kolonne von 10 israelischen Militärjeeps schlängelte sich den Berg hoch in Richtung des Camps. Vermutlich haben sie jemanden verhaftet.
Es war nicht schlimm die Jeeps zu hören oder zu sehen, das gehört in gewissem Maße zum Alltag, aber die ganze Situation, die Stimmung war irgendwie bedrückend.
Es kommt mir vor, als nähme ich diese Dinge so langsam überhaupt erst war, als hätte ich es vorher garnicht nicht gesehen.
Man kann hier ohne Probleme nichts sehen!
Ach ja, im Moment ist es sowieso etwas kritisch, wegen der Konferenz in Annapolis. Ich nehme mal an ihr habt davon gehört?
Die Menschen hier sind nicht gerade begeistert davon. Und so gab es dann gestern auch eine große Demonstration in Betlehem und ich glaube auch in Ramallah und Gaza gegen die Konferenz. Es kam zu kleineren Ausschreitungen, ein paar Männer wurden ernsthaft verletzt usw. Wir haben von dem ganzen Spaß nichts (!) mitbekommen, obwohl wir nun wirklich nicht weit vom Zentrum entfernt wohnen.
Mal schauen, wie das in den kommenden Tagen weiter geht.
Ich glaube nicht, dass etwas passieren wird, aber so eine gewisse Unruhe ist schon da.
Aber genug der Schwarzmalerei!
Ich habe hier trotz allem einen ganz normalen Alltag, ganz normale Freunde mit denen ich mich in ganz normalen Kneipen treffe. Nur manchmal ist manches halt ein bisschen anders.
Also, kein Grund zur Sorge!
Achso, apropos normal: Nächsten Samstag ist eine Art Weihnachtsmarkt in Jerusalem und wir (Kathy und ich) arbeiten am Glühwein Stand. Wird bestimmt ein heiden Spaß. Und gleich am nächsten Tag ist Weihnachtsmarkt in Betlehem. Mit unseren neu gekauften Nikolaus Mützen komme ich dann bestimmt so richtig in vorweihnachtliche Stimmung... :-)
Ich wünsch euch allen eine schöne Adventszeit!!!
Liebe Grüße,
Wiebke
Samstag, 10. November 2007
was gibts neues?
1.: Thorsten, mein Cousin war hier. Haben uns Jerusalem angeschaut und abends mit Freunden Tacos gemacht. Super lecker!
2.: Giesela Andresen, die Mutter eines Freundes, war hier. Haben uns zweimal getroffen und ein bisschen geplaudert. Habe wieder einmal feststellen müssen, dass ich von der politischen Lage hier so gut wie nichts mitbekomme. War trotzdem schön mal ein bisschen erzählen zu können.
3.: Ich ziehe um! Gegen Ende des Monats wird der Rucksack gepackt und in Kathis Wohnung wieder entladen. Ich freue mich schon auf die Zentralheizung und das Internet - zu Hause!!! Dann werd ich wohl auch mal ein bisschen öfter hier ne kleine Nachricht hinterlassen können.
4.: Es ist kalt! Zwar schwanken die Temperaturen zwischen Mittags und Nachts extrem, aber auch wenn tagsüber die Sonne scheint reicht ein kleiner Windhauch und die Gänsehaut ist da. Eisig!
Obwohl... Im Vergleich zu Deutschland ist es warscheinlich immernoch recht warm. Das Problem ist, dass es hier keinen richigen Herbst gibt/gegeben hat, sondern es von einem Tag auf den nächsten richtig frisch wurde - Montag hatten wir, wenn ich mich richtig erinnern kann, 28grad; heute Mittag dürften es zeitweise gerade mal 15-20grad gewesen sein.
Was noch?
Hm, ein paar kleinere Ausflüge: In eine Brauerei hinter Ramallah, ein paar mal Jerusalem... Joa...
Ui, das wichtigste hätte ich fast vergessen:
Ich habe ein Visum bis Ende August mit multiple entry... !!!!
Man muss wissen, dass es hier etwas kompliziert und langwierig sein kann ein solches Volunteers Visum zu bekommen.
Ich hatte es innerhalb von zwei Stunden... WOW!!!
So, so weit ein kurzer Update!
Und zum Schluss noch ein paar Bilder aus der letzten Zeit:



unser geliebter Party-Engel
2.: Giesela Andresen, die Mutter eines Freundes, war hier. Haben uns zweimal getroffen und ein bisschen geplaudert. Habe wieder einmal feststellen müssen, dass ich von der politischen Lage hier so gut wie nichts mitbekomme. War trotzdem schön mal ein bisschen erzählen zu können.
3.: Ich ziehe um! Gegen Ende des Monats wird der Rucksack gepackt und in Kathis Wohnung wieder entladen. Ich freue mich schon auf die Zentralheizung und das Internet - zu Hause!!! Dann werd ich wohl auch mal ein bisschen öfter hier ne kleine Nachricht hinterlassen können.
4.: Es ist kalt! Zwar schwanken die Temperaturen zwischen Mittags und Nachts extrem, aber auch wenn tagsüber die Sonne scheint reicht ein kleiner Windhauch und die Gänsehaut ist da. Eisig!
Obwohl... Im Vergleich zu Deutschland ist es warscheinlich immernoch recht warm. Das Problem ist, dass es hier keinen richigen Herbst gibt/gegeben hat, sondern es von einem Tag auf den nächsten richtig frisch wurde - Montag hatten wir, wenn ich mich richtig erinnern kann, 28grad; heute Mittag dürften es zeitweise gerade mal 15-20grad gewesen sein.
Was noch?
Hm, ein paar kleinere Ausflüge: In eine Brauerei hinter Ramallah, ein paar mal Jerusalem... Joa...
Ui, das wichtigste hätte ich fast vergessen:
Ich habe ein Visum bis Ende August mit multiple entry... !!!!
Man muss wissen, dass es hier etwas kompliziert und langwierig sein kann ein solches Volunteers Visum zu bekommen.
Ich hatte es innerhalb von zwei Stunden... WOW!!!
So, so weit ein kurzer Update!
Und zum Schluss noch ein paar Bilder aus der letzten Zeit:

unser geliebter Party-Engel
Montag, 29. Oktober 2007
Wieder auf dem Damm!
So, da bin ich wieder - und das mit viiiiel neuer Energie!
Das könnte nicht zuletzt an all dem liegen, was ich in der letzten Woche so erlebt habe...
Wie ich ja schon im vorrausgegangenen Eintrag angedeutet habe, überlege ich mir umzuziehen. Meine Wohnung ist in Ordnung, die Familie ok, aber es gibt da doch so ein paar Dinge, die mich stören.
Hm, was eigentlich?...
Vielleicht sind es die Umstände, in welchen ich lebe: Löcher in den Fenstern, ein stinkendes Bad (Abfluss...), kahle Wände und Böden, keine Heizung usw. In meinem kleinen "Apartment" habe ich leider keine Küche und es funktioniert nicht einmal die Hälfte der Steckdosen. Aber immerhin habe ich Strom und warmes Wasser!
In den letzten Tagen habe ich mich aber nun doch mal aufgemacht mir ein paar Wohnungen anzuschauen, nur um einen Eindruck zu gewinnen. Jede (!) war deutlich komfortabler als meine und meistens nicht teruer, wenn nicht sogar billiger als die, in der ich momentan wohne (die Kirche zahlt 200$ für meine Unterkunft).
Da kommen schon Zweifel auf...
In der Schule läuft nach wie vor alles seinen gewohnten Gang.
... Naja, fast. In Beit Sahour an der lutherischen Schule habe ich die 10. Klasse abgegeben. Warum? Ich denke nicht, dass es Aufgabe eines Frewilligen ist Klassen alleine zu unterrichten! Ich bin hier, um im Unterricht zu helfen oder wo ich sonst gebraucht werde (Verwaltung, Kindergarten...) oder auch mal eine Stunde zu machen, aber ich bin kein ausgebildeter Lehrer! Ja, natürlich hätte ich die Klasse weiter unterrichten können, es als Herausforderung sehen usw., aber es ging einfach nicht. Zwei Klassen reichen mir im Moment, insbesondere in anbetracht der Tatsache, dass ich in der 7. Klasse immer mehr übernehme und gerne im Kindergarten anfangen würde zu arbeiten.
Auch an der anderen Schule hat sich etwas verändert: meine Theater AG ist gestrichen - mangelndes Interesse. Allerdings werde ich dort jetzt wahrscheinlich das Patenschafts Programm z.T. übernehmen, was auch erheblich mehr Spass macht, da man nicht so sehr an den normalen Schulalltag gebunden ist.
Meine geliebten 10er
Lehrerzimmer
7. Klasse
Aber nicht nur in der Schule passiert viel, auch außerhalb.
Letzten Freitag bin ich mit Kathi ans Tote Meer gefahren. Genial! Bei 30grad im Schatten schwebten wir im Wasser wie auf einer Wolke. Oder so ähnlich. Vielleicht war jemand von euch ja schonmal dort und kennt dieses unbeschreiblich komische Gefühl auf dem Wasser zu schweben!? Und nicht nur das Wasser: Bestimmt hat jeder von euch schon einmal im Supermarkt oder Reformhaus oder wo auch immer diese "Tote Meer" wellness Packungen gesehen. Den Schlamm, der dort in kleinen Packungen zu horrenden Preisen verkauft wird, hatten wir in Massen vor uns - und haben auch gleich mal eine Ladung aufgelegt. Ich hatte schon lange nichtmehr so Babypopo glatte Haut... :-)




Das nächste Großereignis kam Sonntag. Hatte ich schon erwähnt, dass ich hier in einem Chor singe? Naja, jedenfalls hatten wir mit eben jenem Chor einen Auftritt - nicht vor Publikum, sondern vor einem Fernsehteam. BBC will an Weihnachten die Weihnachtsmesse aus Betlehem "live" übertragen, und wir sind Teil eben jenes Gottesdienstes. Ist ganz schön anstrengend so lange zu stehen und das gleiche Lied x-mal singen zu müssen. Aber so n bisschen aufregend wars schon - immerhin habe ich dem xxx-Direktor von BBC die Hand geschüttelt!!! :-O
Wahnsinn!
Gestern Abend waren wir schließlich noch auf einer arabischen (christlichen) Hochzeit. War ein Erlebnis! Die Menschen hier wissen noch, wie man Feste feiert... :-) Es gab sehr viel gutes Essen, eine schöne Braut, die zeitweise auf einer Art Tablett getragen wurde, viele tanzende Menschen, "habibi-Mucke" und vieles mehr.




Vielleicht komm ich nächstes Mal dazu noch na paar Fotos hoch zu laden und n bisschen mehr über die Hochzeit zu erzählen. Aber jetzt muss ich mich mal den Anderen zuwenden - wir sitzen in Talitha und die Anderen warten darauf, dass ich ihnen die Fotos von Ibrahims Geburtstag zeige...
Ich wünsch euch noch n schönen Abend!
W
Das könnte nicht zuletzt an all dem liegen, was ich in der letzten Woche so erlebt habe...
Wie ich ja schon im vorrausgegangenen Eintrag angedeutet habe, überlege ich mir umzuziehen. Meine Wohnung ist in Ordnung, die Familie ok, aber es gibt da doch so ein paar Dinge, die mich stören.
Hm, was eigentlich?...
Vielleicht sind es die Umstände, in welchen ich lebe: Löcher in den Fenstern, ein stinkendes Bad (Abfluss...), kahle Wände und Böden, keine Heizung usw. In meinem kleinen "Apartment" habe ich leider keine Küche und es funktioniert nicht einmal die Hälfte der Steckdosen. Aber immerhin habe ich Strom und warmes Wasser!
In den letzten Tagen habe ich mich aber nun doch mal aufgemacht mir ein paar Wohnungen anzuschauen, nur um einen Eindruck zu gewinnen. Jede (!) war deutlich komfortabler als meine und meistens nicht teruer, wenn nicht sogar billiger als die, in der ich momentan wohne (die Kirche zahlt 200$ für meine Unterkunft).
Da kommen schon Zweifel auf...
In der Schule läuft nach wie vor alles seinen gewohnten Gang.
... Naja, fast. In Beit Sahour an der lutherischen Schule habe ich die 10. Klasse abgegeben. Warum? Ich denke nicht, dass es Aufgabe eines Frewilligen ist Klassen alleine zu unterrichten! Ich bin hier, um im Unterricht zu helfen oder wo ich sonst gebraucht werde (Verwaltung, Kindergarten...) oder auch mal eine Stunde zu machen, aber ich bin kein ausgebildeter Lehrer! Ja, natürlich hätte ich die Klasse weiter unterrichten können, es als Herausforderung sehen usw., aber es ging einfach nicht. Zwei Klassen reichen mir im Moment, insbesondere in anbetracht der Tatsache, dass ich in der 7. Klasse immer mehr übernehme und gerne im Kindergarten anfangen würde zu arbeiten.
Auch an der anderen Schule hat sich etwas verändert: meine Theater AG ist gestrichen - mangelndes Interesse. Allerdings werde ich dort jetzt wahrscheinlich das Patenschafts Programm z.T. übernehmen, was auch erheblich mehr Spass macht, da man nicht so sehr an den normalen Schulalltag gebunden ist.
Meine geliebten 10er
Lehrerzimmer
7. Klasse
Aber nicht nur in der Schule passiert viel, auch außerhalb.
Letzten Freitag bin ich mit Kathi ans Tote Meer gefahren. Genial! Bei 30grad im Schatten schwebten wir im Wasser wie auf einer Wolke. Oder so ähnlich. Vielleicht war jemand von euch ja schonmal dort und kennt dieses unbeschreiblich komische Gefühl auf dem Wasser zu schweben!? Und nicht nur das Wasser: Bestimmt hat jeder von euch schon einmal im Supermarkt oder Reformhaus oder wo auch immer diese "Tote Meer" wellness Packungen gesehen. Den Schlamm, der dort in kleinen Packungen zu horrenden Preisen verkauft wird, hatten wir in Massen vor uns - und haben auch gleich mal eine Ladung aufgelegt. Ich hatte schon lange nichtmehr so Babypopo glatte Haut... :-)
Das nächste Großereignis kam Sonntag. Hatte ich schon erwähnt, dass ich hier in einem Chor singe? Naja, jedenfalls hatten wir mit eben jenem Chor einen Auftritt - nicht vor Publikum, sondern vor einem Fernsehteam. BBC will an Weihnachten die Weihnachtsmesse aus Betlehem "live" übertragen, und wir sind Teil eben jenes Gottesdienstes. Ist ganz schön anstrengend so lange zu stehen und das gleiche Lied x-mal singen zu müssen. Aber so n bisschen aufregend wars schon - immerhin habe ich dem xxx-Direktor von BBC die Hand geschüttelt!!! :-O
Wahnsinn!
Gestern Abend waren wir schließlich noch auf einer arabischen (christlichen) Hochzeit. War ein Erlebnis! Die Menschen hier wissen noch, wie man Feste feiert... :-) Es gab sehr viel gutes Essen, eine schöne Braut, die zeitweise auf einer Art Tablett getragen wurde, viele tanzende Menschen, "habibi-Mucke" und vieles mehr.


Vielleicht komm ich nächstes Mal dazu noch na paar Fotos hoch zu laden und n bisschen mehr über die Hochzeit zu erzählen. Aber jetzt muss ich mich mal den Anderen zuwenden - wir sitzen in Talitha und die Anderen warten darauf, dass ich ihnen die Fotos von Ibrahims Geburtstag zeige...
Ich wünsch euch noch n schönen Abend!
W
Freitag, 19. Oktober 2007
Vier Tage Freiheit
So, hier also wie versprochen ein kleiner Bericht über unseren Urlaub!
Also, Freitag früh gings los, wenn auch etwas stockend. Freundlich, wie wir sind, wollten wir einen Tschechen mit nach Jerusalem nehmen – er arbeitet in Ramalah und hat sich die Gegend ein bisschen angeschaut. Als wir allerdings vor Talitha Kumi halt machten, um Wieland aufzusammeln, kam der Tscheche auf die glorreiche Idee ein Foto vom Checkpoint zu machen. Naja, es ist verboten Fotos von Checkpoints oder dem Militär zu machen und eben jener Tscheche tat dies stehend an dem höchst gelegenen Punkt der Straße, die nicht gerade wenig vom israelischen Militär befahren wird... „Schwups“ waren die Soldaten an seiner Seite und nahmen ihn auseinander; heißt, Durchsuchung des Handys, der Kamera, des Rucksacks, seiner Taschen etc. Es ist wahrscheinlich, dass er mindestens eine Nacht in der Zelle eines israelischen Gefängnisses verbracht hat.
Wir allerdings erreichten ohne weitere Komplikationen israelischen Grund und Boden und kamen schließlich an einem absoluten Traumstrand zwischen Ashqelon und Ashdot an.


Israel im Oktober... :-)
Als es dann gegen Abend doch etwas kühler wurde machten wir uns auf gen Süden zu meinem Cousin Till, der ca. 2km entfernt vom Gazastreifen in einem Kibbuz lebt und arbeitet.
Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, was mich dort erwarten würde, allerdings war ich dann doch überrascht, als ich mich in einer Art Feriendorf wiederfand. Das ganze Dorf sieht einfach aus wie ein großer Campingplatz und auch die anderen Freiwilligen dort (aus Deutschland und Südamerika) vermitteln eine gewisse Ferienlager Stimmung. Till und ein koreanisches Mädchen ausgenommen hatte niemand wirklich Ahnung von der Situation des Landes, in dem sie sich befinden, geschweige denn Interesse. Sehr irritierend! Naja, abends gings dann noch in den Dorf eigenen Pub – klein, aber ganz nett. Komisch war nur, dass wir plötzlich vier israelischen Soldaten gegenüber standen. Sie spielten fröhlich Billard, während ihre MGs lässig an der Wand lehnten – die plötzlich mit einem Lauten scheppern direkt neben mir um fielen. Da wir – wie man sich vielleicht denken kann – ein etwas anderes Verhältnis zum israelischen Militär haben, als die Menschen in diesem Kibbuz, fühlte ich mich von Anfang an nicht wirklich wohl. Es sollte aber noch schlimmer kommen. Gegen später saßen wir in einer recht gemütlichen Runde zusammen, als ein „echter“ Einwohner des Kibbuz sich zu uns setzte. Man muss wissen, dass wir es vermieden haben, Israelis zu sagen, dass wir aus Betlehem kommen – man weiß nie, wie sie darauf reagieren. Es kann leicht vorkommen, dass sie die Unterhaltung auf der Stelle beenden. Naja, nun meinte aber eines der deutschen Mädchen, sie müssten diesem jungen Mann brühwarm erzählen woher wir kommen und was wir dort machen. Alles, was wir mitbekamen, war, dass sie sich „angeregt“ über uns unterhielten, woraufhin für uns die Situation klar war und wir so schnell wie möglich gehen wollten. Allerdings folgte und eben jener junge Mann und es stellte sich heraus, dass er halb Palästinenser war und absolut davon begeistert, dass wir aus Betlehem kommen... :-)
Ich habe mich schon lange nicht mehr so dämlich gefühlt! Uns ist klar geworden, dass wir tatsächlich Schiss hatten! Aber warum? In erster Linie sind wir doch Deutsche, oder nicht? Und auch wenn wir in Betlehem wohnen, warum sollten wir das nicht sagen können? Und trotzdem haben wir uns schon im nächsten Hostel als Freiwillige aus Jerusalem ausgegeben. Warum? Keine Ahnung! Es ist einfach unglaublich schwer hier die eigene Position zwischen den Fronten zu finden.
So, ich denke wir alle drei waren mehr oder weniger froh, als wir wieder aufbrachen – obwohl wir Deutsche sind, sind wir schon so sehr in Palästina angekommen, dass wir uns – oder ich mich? - als Fremde fühlten; auch gegenüber den anderen Deutschen.

Wieland und Till

Unser nächstes Ziel war Tel Aviv. Was soll man dazu sagen? Nicht sehr aufregend. Ich habe Tel Aviv als eine absolut durchschnittliche Großstadt mit sehr wenig eigenem Flair erlebt. Wobei man gegen den Strand wirklich nichts sagen kann :-)

Ja, ich esse hier mit Stäbchen!!!
Naja, am nächsten Morgen gings auch schon weiter nach Haifa, wo wir uns in einem super gemütlichen Hostel einnisteten. Dort lernten wir auch gleich eine Kanadierin (Sarah) und einen Amerikaner (Sutten) kennen, mit welchen wir den Tag verbrachten. Haifa ist Multi Kulti, und trotzdem noch europäisch – allerdings nicht so sehr wie Tel Aviv, was sehr angenehm war. Man hat die Vorzüge des westliche Livestyle und trotzdem noch ein wenig arabische Kultur. Ach ja, und natürlich die Barhai Gardens. Barhai ist irgend eine super neue Religion und einer der - naja - Mitbegründer (?) dieser Religion liegt in Haifa in diesem wahnsinnigen Garten unter dem Tempel begraben. Sehr schön anzusehen, aber wir konnten leider nicht rein.

Darf ich vorstellen: "Schrabbi"


Abends wollten wir, die wir alle so überhaupt nicht begabt sind in diesem Bereich, Pasta kochen. Nur blöd, dass, als wir ins Hostel zurück kamen, zwei Italiener am Herd standen... :-) Wir kamen noch zu unserer Pasta – Pasta auf italienischem Art. So wurde unserer Runde also immer größer, bis wir schließlich mit der ganzen Bande noch das Nachtleben Haifas erkundeten.




Hier sitzen wir noch gemütlich beim Vorglühen...
Den nächsten Tag verbrachten wir ganz gemütlich am Strand südlich von Haifa und starteten gegen Abend wieder gen Jerusalem – das wir allerdings nur mit Schwierigkeiten erreichten. „Schrabbi“ verlor Kühlwasser, was dazu führte, dass wir immer wieder Zwischenstopps mit qualmender Motorhaube einlegen mussten um Wasser nachzufüllen. Ein bisschen Abenteuer zum Schluss muss halt doch sein...
So inzwischen sind schon wieder ein paar Tage vergangen – wahrscheinlich mit die härtesten seit ich hier bin. Meine Schüler benehmen sich wir Irre; ich frage andere Lehrer um Rat, die daraufhin den Schülern damit drohen von der Schule geschmissen zu werden oder mir Vorwürfe machen, ich sollte doch bitte meinen Unterricht interessanter gestalten – Tipps haben sie allerdings keine. Sehr Produktiv! Dazu kommt, dass es hier langsam kälter wird, was ohne Heizung in meiner Wohnung nicht so ganz angenehm ist. Ich werde wohl doch umziehen. Und, last but not least, geht mir diese, wie wir sie nennen, „habibi-Mucke“ (habibi=Schatz, darling) so langsam gewaltig auf den Geist – das ist die Musik, die hier überall (!!!) und immer (!!!) gespielt wird.
Naja, bin n bisschen gefrustet im Moment, aber ich denke, das liegt auch an der Erkältung, die mich gerade plagt – wird schon wieder!
Also, ich hatte ne schöne Reise und bin wohlbehalten wieder zu Hause angekommen, auch wenn ich mal wieder ne Mütze Schlaf gebrauchen könnte. In den letzten Tagen habe ich dann doch den ein oder anderen Abend im Vinzantios verbracht...
Liebe Grüße, W.
Also, Freitag früh gings los, wenn auch etwas stockend. Freundlich, wie wir sind, wollten wir einen Tschechen mit nach Jerusalem nehmen – er arbeitet in Ramalah und hat sich die Gegend ein bisschen angeschaut. Als wir allerdings vor Talitha Kumi halt machten, um Wieland aufzusammeln, kam der Tscheche auf die glorreiche Idee ein Foto vom Checkpoint zu machen. Naja, es ist verboten Fotos von Checkpoints oder dem Militär zu machen und eben jener Tscheche tat dies stehend an dem höchst gelegenen Punkt der Straße, die nicht gerade wenig vom israelischen Militär befahren wird... „Schwups“ waren die Soldaten an seiner Seite und nahmen ihn auseinander; heißt, Durchsuchung des Handys, der Kamera, des Rucksacks, seiner Taschen etc. Es ist wahrscheinlich, dass er mindestens eine Nacht in der Zelle eines israelischen Gefängnisses verbracht hat.
Wir allerdings erreichten ohne weitere Komplikationen israelischen Grund und Boden und kamen schließlich an einem absoluten Traumstrand zwischen Ashqelon und Ashdot an.
Israel im Oktober... :-)
Als es dann gegen Abend doch etwas kühler wurde machten wir uns auf gen Süden zu meinem Cousin Till, der ca. 2km entfernt vom Gazastreifen in einem Kibbuz lebt und arbeitet.
Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, was mich dort erwarten würde, allerdings war ich dann doch überrascht, als ich mich in einer Art Feriendorf wiederfand. Das ganze Dorf sieht einfach aus wie ein großer Campingplatz und auch die anderen Freiwilligen dort (aus Deutschland und Südamerika) vermitteln eine gewisse Ferienlager Stimmung. Till und ein koreanisches Mädchen ausgenommen hatte niemand wirklich Ahnung von der Situation des Landes, in dem sie sich befinden, geschweige denn Interesse. Sehr irritierend! Naja, abends gings dann noch in den Dorf eigenen Pub – klein, aber ganz nett. Komisch war nur, dass wir plötzlich vier israelischen Soldaten gegenüber standen. Sie spielten fröhlich Billard, während ihre MGs lässig an der Wand lehnten – die plötzlich mit einem Lauten scheppern direkt neben mir um fielen. Da wir – wie man sich vielleicht denken kann – ein etwas anderes Verhältnis zum israelischen Militär haben, als die Menschen in diesem Kibbuz, fühlte ich mich von Anfang an nicht wirklich wohl. Es sollte aber noch schlimmer kommen. Gegen später saßen wir in einer recht gemütlichen Runde zusammen, als ein „echter“ Einwohner des Kibbuz sich zu uns setzte. Man muss wissen, dass wir es vermieden haben, Israelis zu sagen, dass wir aus Betlehem kommen – man weiß nie, wie sie darauf reagieren. Es kann leicht vorkommen, dass sie die Unterhaltung auf der Stelle beenden. Naja, nun meinte aber eines der deutschen Mädchen, sie müssten diesem jungen Mann brühwarm erzählen woher wir kommen und was wir dort machen. Alles, was wir mitbekamen, war, dass sie sich „angeregt“ über uns unterhielten, woraufhin für uns die Situation klar war und wir so schnell wie möglich gehen wollten. Allerdings folgte und eben jener junge Mann und es stellte sich heraus, dass er halb Palästinenser war und absolut davon begeistert, dass wir aus Betlehem kommen... :-)
Ich habe mich schon lange nicht mehr so dämlich gefühlt! Uns ist klar geworden, dass wir tatsächlich Schiss hatten! Aber warum? In erster Linie sind wir doch Deutsche, oder nicht? Und auch wenn wir in Betlehem wohnen, warum sollten wir das nicht sagen können? Und trotzdem haben wir uns schon im nächsten Hostel als Freiwillige aus Jerusalem ausgegeben. Warum? Keine Ahnung! Es ist einfach unglaublich schwer hier die eigene Position zwischen den Fronten zu finden.
So, ich denke wir alle drei waren mehr oder weniger froh, als wir wieder aufbrachen – obwohl wir Deutsche sind, sind wir schon so sehr in Palästina angekommen, dass wir uns – oder ich mich? - als Fremde fühlten; auch gegenüber den anderen Deutschen.
Wieland und Till
Unser nächstes Ziel war Tel Aviv. Was soll man dazu sagen? Nicht sehr aufregend. Ich habe Tel Aviv als eine absolut durchschnittliche Großstadt mit sehr wenig eigenem Flair erlebt. Wobei man gegen den Strand wirklich nichts sagen kann :-)
Ja, ich esse hier mit Stäbchen!!!
Naja, am nächsten Morgen gings auch schon weiter nach Haifa, wo wir uns in einem super gemütlichen Hostel einnisteten. Dort lernten wir auch gleich eine Kanadierin (Sarah) und einen Amerikaner (Sutten) kennen, mit welchen wir den Tag verbrachten. Haifa ist Multi Kulti, und trotzdem noch europäisch – allerdings nicht so sehr wie Tel Aviv, was sehr angenehm war. Man hat die Vorzüge des westliche Livestyle und trotzdem noch ein wenig arabische Kultur. Ach ja, und natürlich die Barhai Gardens. Barhai ist irgend eine super neue Religion und einer der - naja - Mitbegründer (?) dieser Religion liegt in Haifa in diesem wahnsinnigen Garten unter dem Tempel begraben. Sehr schön anzusehen, aber wir konnten leider nicht rein.
Darf ich vorstellen: "Schrabbi"
Abends wollten wir, die wir alle so überhaupt nicht begabt sind in diesem Bereich, Pasta kochen. Nur blöd, dass, als wir ins Hostel zurück kamen, zwei Italiener am Herd standen... :-) Wir kamen noch zu unserer Pasta – Pasta auf italienischem Art. So wurde unserer Runde also immer größer, bis wir schließlich mit der ganzen Bande noch das Nachtleben Haifas erkundeten.
Hier sitzen wir noch gemütlich beim Vorglühen...
Den nächsten Tag verbrachten wir ganz gemütlich am Strand südlich von Haifa und starteten gegen Abend wieder gen Jerusalem – das wir allerdings nur mit Schwierigkeiten erreichten. „Schrabbi“ verlor Kühlwasser, was dazu führte, dass wir immer wieder Zwischenstopps mit qualmender Motorhaube einlegen mussten um Wasser nachzufüllen. Ein bisschen Abenteuer zum Schluss muss halt doch sein...
So inzwischen sind schon wieder ein paar Tage vergangen – wahrscheinlich mit die härtesten seit ich hier bin. Meine Schüler benehmen sich wir Irre; ich frage andere Lehrer um Rat, die daraufhin den Schülern damit drohen von der Schule geschmissen zu werden oder mir Vorwürfe machen, ich sollte doch bitte meinen Unterricht interessanter gestalten – Tipps haben sie allerdings keine. Sehr Produktiv! Dazu kommt, dass es hier langsam kälter wird, was ohne Heizung in meiner Wohnung nicht so ganz angenehm ist. Ich werde wohl doch umziehen. Und, last but not least, geht mir diese, wie wir sie nennen, „habibi-Mucke“ (habibi=Schatz, darling) so langsam gewaltig auf den Geist – das ist die Musik, die hier überall (!!!) und immer (!!!) gespielt wird.
Naja, bin n bisschen gefrustet im Moment, aber ich denke, das liegt auch an der Erkältung, die mich gerade plagt – wird schon wieder!
Also, ich hatte ne schöne Reise und bin wohlbehalten wieder zu Hause angekommen, auch wenn ich mal wieder ne Mütze Schlaf gebrauchen könnte. In den letzten Tagen habe ich dann doch den ein oder anderen Abend im Vinzantios verbracht...
Liebe Grüße, W.
Donnerstag, 18. Oktober 2007
Wieder "zu Hause"...
So, bin wieder im Lande! Die Reise war sehr schoen/aufregend/komisch/verwirrend... Dummerweise habe ich im Moment überhaupt keine Zeit mehr zu schreiben, da ich bei Kathi bin und wir besuch aus Kanada haben. Sarah haben wir in einem Hostel in Haifa kennen gelernt...
Naja, mir geht es jedenfalls gut und der Alltag hat mich schon wieder fest im Griff.
An dieser Stelle wollte ich euch eigentlich auch nur kurz informieren, dass ich Rundmails schreibe - falls jemand noch nicht im Verteiler ist und es gerne wäre, bitte melden! Außerdem gibt es auf der Seite von Peer ("Blogs anderer Freiwilliger") noch mehr Bilder - nicht unbedingt von mir, aber von der Gegend und, naja, seiner Arbeit und so; einfach mal stöbern, wenn ihr Lust habt.
Lg, w
Naja, mir geht es jedenfalls gut und der Alltag hat mich schon wieder fest im Griff.
An dieser Stelle wollte ich euch eigentlich auch nur kurz informieren, dass ich Rundmails schreibe - falls jemand noch nicht im Verteiler ist und es gerne wäre, bitte melden! Außerdem gibt es auf der Seite von Peer ("Blogs anderer Freiwilliger") noch mehr Bilder - nicht unbedingt von mir, aber von der Gegend und, naja, seiner Arbeit und so; einfach mal stöbern, wenn ihr Lust habt.
Lg, w
Montag, 8. Oktober 2007
"Einmonatiges"
So, der erste Monat ist rum!
Ging verdammt schnell. Wenn die kommenden Monate auch so raned vorbei gehen muss ich mir echt sorgen machen, wie ich alles schaffen soll, was ich mir vorgenommen habe!
Naja, aber jetzt erstmal zur letzten Woche - in der, wer hätts gedacht, schon wieder einiges passiert ist...
Also, Montag ging natürlich die Schule wieder los und der Alltag ging seinen gewohnten Gang. Allerdings war Dienstag Salamehs Geburtstag (mein Gastvater). Es gab einen gemeinsamen Lunch mit allen Lehrern; allerdings war ich wie an jedem Dienstag in Betlehem an der Schule und als ich schließlich in Beit Sahour ankam, war kein Mensch weit und breit zu sehen. Man muss wissen, dass Von Betlehem Beit Sahour genau die gegengesetzte Richtung in Bezug auf mein zu Hause ist... Also erkundete ich zum ersten Mal die (eigentlich kaum vorhandenen öffentlichen Verkehrsmittel - Bus von Beit Sahour nach Betlehem, dann mit einem Sammeltaxi zur größten Kreuzung in Betlhem und von da aus wiederrum mit dem Sammeltaxi nach Beit Sahour - dierekt vor meine Haustür. Ist echt super praktisch, da diese Taxis echt günstig sind (2schekel) und eigentlich immer fahren - tagsüber. Sobald die Sonne unter geht sollte man die Nummer eines Taxifahrers haben... :-)
Naja, Donnerstag Abend (Freitag ist frei) gab es dann einen kleinen "Geburtstags-Barbecue" mit der ganzen Sippe.

War ganz gut mal zu erfahren, wer denn alles wie zur Familie gehört...
Innerhalb der Woche ist auch ein kleines Problem aufgetreten: Ich hatte keine einzige subere Hose mehr, auch, da die Waschmaschine meiner Gastfamilie gleich mal eine meiner Hosen ruiniert hatte :-( Jedenfalls habe ich mich Freitag mit einer Freundin (Schwester einer Schülerin) in Betlehem getroffen zum Shopping! Nun muss man wissen, dass Betlehem sehr Muslimisch ist im Vergleich zu Beit Jalla (wo ich wohne) und Beit Sahour. Man wird sehr intensiv beäugt... Ich habe mich zum ersten Mal richtig unwohl gefühlt! Schließlich sind wir dann doch noch nach Beit Sahour gefahren, wo ich letztendlich auch noch an meine Ziel gekommen bin! Kleidung ist hier ja sooo billig! Das ist übrigens jene Freundin (Emilie):

So, Samstag wieder ganz normal Schule, allerdings mit einer Einladung zum Barbecue (das machen die hier die ganze Zeit) mit der 9. Klasse bei einer Schülerin. Nachdem ich mich mit Kathi getroffen hatte sind wir gemeinsam mit ihrem "schrabbel-Auto", wie sie es nennt :-), zu jenem Mädchen gefahren. Es war wie immer, wenn man mit Jugendlichen oder Kindern hier zu tun hat, extrem laut. Besondesr, als ein Feuerwerkskörper in der Hand eines Jungen explodiert ist... Riesen Trubel, aber viel scheint nicht passiert zu sein; ausser, dass ich im ersten Moment dachte, mir wär das Trommelfell geplatzt :-) Danach gings noch wie fast jeden freien Abend ins Vinsantios - eine gemütliche "Kneipe" mit Sofas und Argile (Schischa).
Gestern war ich nochmal mit den "Volis" (Volunteers) von Talitha (Sarah, Peer, Wieland, Anna) in Jerusalem.

Wieder mal durch die wahnsinnige Altstadt marschiert. Es gibt große Unterschiede zwischen den verschiedenen Vierteln (arabisch, jüdisch, christlich, armenisch), die sich z.T. sehr krass voneinander unterscheiden. Es kann vorkommen, dass man nur eine Gasse verlässt - zuvor befand man sich in einer ruhigen, suberen Nebenstraße des jüdischen Viertels - und plötzlich findet man sich mitten auf einem arabischen Markt wieder. Interessante Erfahrung :-).
Verlässt man allerdings die Altstadt, findet man sich schnell in einer relativ normalen Großstadt wieder. War jedenfalls ein interessanter, wenn auch sehr anstrengender, Tag.


So, jetzt werd ich wohl mal langsam aufbrechen - hab ne, naja, mehr oder weniger anstrengende Woche vor mir. Bis Donnerstag haben wir noch Schule, dann gehts ab gen Westen! Fahre bis Dienstag mit Kathi und Wieland mit oben erwähntem "schrabbel-Auto" (der Name beschreibt es schon ganz gut... :-) ) n bisschen durch Israel. Warsch. Tel Aviv und Haifa und wos uns sonst noch so hin treibt. Außerdem werden wir meinen Cousin Till besuchen. Aber das kann ich ja alles erzählen, wenn ich wieder hier bin!
Gute Nacht!
w
Ging verdammt schnell. Wenn die kommenden Monate auch so raned vorbei gehen muss ich mir echt sorgen machen, wie ich alles schaffen soll, was ich mir vorgenommen habe!
Naja, aber jetzt erstmal zur letzten Woche - in der, wer hätts gedacht, schon wieder einiges passiert ist...
Also, Montag ging natürlich die Schule wieder los und der Alltag ging seinen gewohnten Gang. Allerdings war Dienstag Salamehs Geburtstag (mein Gastvater). Es gab einen gemeinsamen Lunch mit allen Lehrern; allerdings war ich wie an jedem Dienstag in Betlehem an der Schule und als ich schließlich in Beit Sahour ankam, war kein Mensch weit und breit zu sehen. Man muss wissen, dass Von Betlehem Beit Sahour genau die gegengesetzte Richtung in Bezug auf mein zu Hause ist... Also erkundete ich zum ersten Mal die (eigentlich kaum vorhandenen öffentlichen Verkehrsmittel - Bus von Beit Sahour nach Betlehem, dann mit einem Sammeltaxi zur größten Kreuzung in Betlhem und von da aus wiederrum mit dem Sammeltaxi nach Beit Sahour - dierekt vor meine Haustür. Ist echt super praktisch, da diese Taxis echt günstig sind (2schekel) und eigentlich immer fahren - tagsüber. Sobald die Sonne unter geht sollte man die Nummer eines Taxifahrers haben... :-)
Naja, Donnerstag Abend (Freitag ist frei) gab es dann einen kleinen "Geburtstags-Barbecue" mit der ganzen Sippe.
War ganz gut mal zu erfahren, wer denn alles wie zur Familie gehört...
Innerhalb der Woche ist auch ein kleines Problem aufgetreten: Ich hatte keine einzige subere Hose mehr, auch, da die Waschmaschine meiner Gastfamilie gleich mal eine meiner Hosen ruiniert hatte :-( Jedenfalls habe ich mich Freitag mit einer Freundin (Schwester einer Schülerin) in Betlehem getroffen zum Shopping! Nun muss man wissen, dass Betlehem sehr Muslimisch ist im Vergleich zu Beit Jalla (wo ich wohne) und Beit Sahour. Man wird sehr intensiv beäugt... Ich habe mich zum ersten Mal richtig unwohl gefühlt! Schließlich sind wir dann doch noch nach Beit Sahour gefahren, wo ich letztendlich auch noch an meine Ziel gekommen bin! Kleidung ist hier ja sooo billig! Das ist übrigens jene Freundin (Emilie):
So, Samstag wieder ganz normal Schule, allerdings mit einer Einladung zum Barbecue (das machen die hier die ganze Zeit) mit der 9. Klasse bei einer Schülerin. Nachdem ich mich mit Kathi getroffen hatte sind wir gemeinsam mit ihrem "schrabbel-Auto", wie sie es nennt :-), zu jenem Mädchen gefahren. Es war wie immer, wenn man mit Jugendlichen oder Kindern hier zu tun hat, extrem laut. Besondesr, als ein Feuerwerkskörper in der Hand eines Jungen explodiert ist... Riesen Trubel, aber viel scheint nicht passiert zu sein; ausser, dass ich im ersten Moment dachte, mir wär das Trommelfell geplatzt :-) Danach gings noch wie fast jeden freien Abend ins Vinsantios - eine gemütliche "Kneipe" mit Sofas und Argile (Schischa).
Gestern war ich nochmal mit den "Volis" (Volunteers) von Talitha (Sarah, Peer, Wieland, Anna) in Jerusalem.
Wieder mal durch die wahnsinnige Altstadt marschiert. Es gibt große Unterschiede zwischen den verschiedenen Vierteln (arabisch, jüdisch, christlich, armenisch), die sich z.T. sehr krass voneinander unterscheiden. Es kann vorkommen, dass man nur eine Gasse verlässt - zuvor befand man sich in einer ruhigen, suberen Nebenstraße des jüdischen Viertels - und plötzlich findet man sich mitten auf einem arabischen Markt wieder. Interessante Erfahrung :-).
Verlässt man allerdings die Altstadt, findet man sich schnell in einer relativ normalen Großstadt wieder. War jedenfalls ein interessanter, wenn auch sehr anstrengender, Tag.
So, jetzt werd ich wohl mal langsam aufbrechen - hab ne, naja, mehr oder weniger anstrengende Woche vor mir. Bis Donnerstag haben wir noch Schule, dann gehts ab gen Westen! Fahre bis Dienstag mit Kathi und Wieland mit oben erwähntem "schrabbel-Auto" (der Name beschreibt es schon ganz gut... :-) ) n bisschen durch Israel. Warsch. Tel Aviv und Haifa und wos uns sonst noch so hin treibt. Außerdem werden wir meinen Cousin Till besuchen. Aber das kann ich ja alles erzählen, wenn ich wieder hier bin!
Gute Nacht!
w
Dienstag, 2. Oktober 2007
Party!!!
Ja, man höre und staune: Ich war auf einer richtigen Party in einem richtigen Club! Ja, auch hier gibt es sowas! Und es war sooooo schöööön! Auf einem eigentlich für Touries gedachten Gelände (sind ja nichtmehr soooo viele...) steht ein Gebäude, in dessen Dachgeschoss sich ein süßer, kleiner Club befindet. Eine kleine europäische Insel im großen arabischen Meer! Ich sah Miniröcke, weit ausgeschnittene Tops, junge Frauen, die noch nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs waren, Pärchen, die tanzten.... - Ach ja, ein paar Regeln gibt es hier aber schon: Der Mann muss die Frau zum tanzen auffordern und die Frau bestimmt, wann Schluss ist. Der Mann muss theoretisch bis zum bitteren Ende weiter tanzen. Und, was sehr angenehm ist, man berührt sich kaum beim tanzen. Man wird einfach nicht "unsittlich angefasst" - eine gewisse Distanz ist immer gewahrt.
Es war einfach genial - endlich mal wieder richtig ausgelassen sein, ohne sich großartig Gedanken machen zu müssen; und vor allem: tanzen bis zum Morgengrauen! Ich denke einige von euch wissen, dass das überlebenswichtig für mich ist... :-)
Liebe Grüße aus dem immer kälteren Nahen Osten (geschätzte 25grad tagsüber), W
Es war einfach genial - endlich mal wieder richtig ausgelassen sein, ohne sich großartig Gedanken machen zu müssen; und vor allem: tanzen bis zum Morgengrauen! Ich denke einige von euch wissen, dass das überlebenswichtig für mich ist... :-)
Liebe Grüße aus dem immer kälteren Nahen Osten (geschätzte 25grad tagsüber), W
Freitag, 28. September 2007
Erlebtes
Jerusalem!
Sonntag mittag gings los, zusammen mit Kathi (Deutschlehrerin an meiner Schule). Nach nem Kurzen Kaffee mit einer Kollegin gings dann auch direkt in die Altstadt, welche das Zentrum von Jerusalem bildet. Allerdings fühlt man sich alles andere als im Zentrum einer normalen Großstadt, vielmehr kam bei mir der Eindruck eines nicht enden wollenden arabischen Bazars auf. Man drängelt und quetscht sich durch total überfüllt Gassen. An beiden Seiten der Gassen (ca. 2-3m breit) ist ein Laden neben dem anderen und von jedem stöhmen einem die verschiedensten Gerüche entgegen. Schließlich sind wir wirklich auf dem arabischen Markt gelandet - es war ohrenbetäubend laut, da jeder seine Waren lauthals anpries.
Wie ihr aber vielleicht wisst ist im Moment Ramadan - alle Muslime fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, was heißt, dass sobald es soweit ist, alle nach Hause stürmen, um zu essen. Als also so gegen 6h die Sonne unterging leerten sich die Gassen innerhalb von Minuten. Wo sich vorher noch die Menschenmassen drängelten saßen jetzt ein paar Christen vor ihren Läden, in der Hoffnung, dass doch noch jemand vorbei kommt.
Ach ja, wer immer vorbei kommt sind israelische Polizisten und Soldaten. In der ganzen Stadt wimmelt es nur so von ihnen - und alle tragen eine geladene Waffe. Die Polizisten so ne normale kleine, die Soldaten hingegen sieht man immer nur mit MG.
Ja, man wird hier doch des öfteren kontrolliert. Wenn man in die pal. Gebiete rein will, winken sie einen nur durch. Will man allerdings raus, muss man oft etwas Zeit einplanen. An jedem Checkpoint müssen alle aus dem Bus aussteigen und ihren Pass zeigen. Manche Checkpoints sind echt unmenschlich: Man wird durch so Gitter geschläust, wie wenn man Tiere in eine bestimmte Richtung leiten will. Wisst ihr, was ich meine? Naja, die Soldaten sind auch nicht gerade nett...
Aber solange man drin bleibt, ist das ja alles kein Problem - es haben sowieso nur die wenigsten hier ein Permit die Gebiete zu verlassen. Viele waren seit Jahren nichtmehr in Jerusalem.
Und dann natürlich DAS Thema: die 2. Intifada. Naja, viele haben Freunde, Bekannte oder Verwandte verloren, eine Schülerin von mir ihren Bruder. Er war 15 und wurde ohne weitere Warnungen im Wohnzimmer der Familie erschossen. Naja, nur eine von vielen Geschichten.
Man merkt auch an den Schülern, dass sie wohl nicht die beste Kindheit hatten. Die meisten sind sehr unruhig, sehr laut und nervös. Nicht immer einfach. Im Schulbus mit zu fahren kostet mich eine Menge Nerven... :-)
Naja, muss jetzt mal meine Stunden vorbereiten - morgen wieder die volle Ladung...
Bis bald!
Donnerstag, 20. September 2007
ich in Talitha...
....jetzt!
im Moment quält uns die Frage, wo zu Hölle wir um diese Uhrzeit eine Agile (Schischa/Wasserpfeife) her bekommen könnten... Naja, wird wohl nichtsmehr werden - hier steht zwar eine rum, alerdings hat sie wohl schon einige Jahre auf dem Buckel... :-(
Dafür gibts jetzt noch n schönes Filmchen, während mir die anderen zwei (Wieland und Sarah) vom Seminar erzählen. Fürs nächste bin ich schon mit angemeldet... :-)
Ach ja, vorhin war ich noch mit Omi und ihrer Schweter beim Bingo. Kennt jemand von euch den Film "Big mamas house"? Eddy Murphy als Oma? Meine Omi sieht original so aus... Vielleicht schaff ichs ja doch mal n paar Fotos hoch zu laden. Aber Bingo war wirklich klasse - vor allem die ernsten Gesichter der Senioren dabei :-)
Muss Film aussuchen.
Tschüss!
im Moment quält uns die Frage, wo zu Hölle wir um diese Uhrzeit eine Agile (Schischa/Wasserpfeife) her bekommen könnten... Naja, wird wohl nichtsmehr werden - hier steht zwar eine rum, alerdings hat sie wohl schon einige Jahre auf dem Buckel... :-(
Dafür gibts jetzt noch n schönes Filmchen, während mir die anderen zwei (Wieland und Sarah) vom Seminar erzählen. Fürs nächste bin ich schon mit angemeldet... :-)
Ach ja, vorhin war ich noch mit Omi und ihrer Schweter beim Bingo. Kennt jemand von euch den Film "Big mamas house"? Eddy Murphy als Oma? Meine Omi sieht original so aus... Vielleicht schaff ichs ja doch mal n paar Fotos hoch zu laden. Aber Bingo war wirklich klasse - vor allem die ernsten Gesichter der Senioren dabei :-)
Muss Film aussuchen.
Tschüss!
Mittwoch, 19. September 2007
...2 Tage spaeter...
...und ich sitze alleine in meiner Wohnung.
Nicht unbedingt negativ, da ich jetzt endlich mal die Moeglichkeit hatte mich richtig einzurichten und ich nichtmehr mit drei Anderen in einem Raum schlafen muss. Bloed ist nur, dass gerade jetzt auch die Freiwilligen von Talitha Kumi nicht da sind - sie sind auf dem Seminar in Israel.
Langweilig wird mir deswegen aber noch lange nicht.
Die Einladung zum Lunch am Montag ging ziemlich in die Hose. Das Maedchen kommt aus aermeren Verhaeltnissen; ihr Vater ist Bauarbeiter und ihre Mutter Krankenschwester - sie kommt erst um 19h nach Hause. Dh Rahdeer muss sich bis 19h um ihre juengeren Geschwister kuemmern... Ausserdem wollte sie, dass ich bei ihr uebernachte und sie hat direkt mal versucht mich mit einem ihrer Freunde zu verkuppeln - offensiv! Sehr unangenehm! Naja, Sa. gehe ich nochmal zu ihr - wieder nur Tagsueber.
Gestern war ich zum ersten Mal an der anderen Schule - Dar al Kalima - an welcher ich ebenfalls 2-3 Tage die Woche arbeiten werde. Die Deutsch-Lehrerin (Judy) ist super in Ordnung; wenn es klappt kann ich mit ihr zusammen eine Theater AG machen. Ausserdem habe ich lediglich eine Klasse in Deutsch (6.), mit der ich nur Dinge aus dem Unterricht wiederholen muss.
Joa, soweit die Lage.
Ansonsten ist es hier sehr ruhig. Nur in Jerusalem wurde kuerzlich ein palaestinensischer Jugendlicher von einem Siedler erschossen - auf offenenr Strasse, weil dieser ihn geaergert hatte... Habt ihr davon in Deutschland was mitbekommen?
Aber keine Sorge, so etwas passier in Bethlehem nicht - hier ist so ziemlich die ruhigste Gegend ganz Palaestinas!
Geht es euch denn gut? Ich komme leider nicht oft dazu mails zu beantworten - habe nur in der Schule Internet - zu Hause ganz selten...
Wuerde mich freuen, mal wieder aus der Heimat zu hoeren - oder auch von jedem anderen Flecken der Erde :-)
Eure Wiebke
Ps: Sorry Michi, wie waers mit ner mail?
Nicht unbedingt negativ, da ich jetzt endlich mal die Moeglichkeit hatte mich richtig einzurichten und ich nichtmehr mit drei Anderen in einem Raum schlafen muss. Bloed ist nur, dass gerade jetzt auch die Freiwilligen von Talitha Kumi nicht da sind - sie sind auf dem Seminar in Israel.
Langweilig wird mir deswegen aber noch lange nicht.
Die Einladung zum Lunch am Montag ging ziemlich in die Hose. Das Maedchen kommt aus aermeren Verhaeltnissen; ihr Vater ist Bauarbeiter und ihre Mutter Krankenschwester - sie kommt erst um 19h nach Hause. Dh Rahdeer muss sich bis 19h um ihre juengeren Geschwister kuemmern... Ausserdem wollte sie, dass ich bei ihr uebernachte und sie hat direkt mal versucht mich mit einem ihrer Freunde zu verkuppeln - offensiv! Sehr unangenehm! Naja, Sa. gehe ich nochmal zu ihr - wieder nur Tagsueber.
Gestern war ich zum ersten Mal an der anderen Schule - Dar al Kalima - an welcher ich ebenfalls 2-3 Tage die Woche arbeiten werde. Die Deutsch-Lehrerin (Judy) ist super in Ordnung; wenn es klappt kann ich mit ihr zusammen eine Theater AG machen. Ausserdem habe ich lediglich eine Klasse in Deutsch (6.), mit der ich nur Dinge aus dem Unterricht wiederholen muss.
Joa, soweit die Lage.
Ansonsten ist es hier sehr ruhig. Nur in Jerusalem wurde kuerzlich ein palaestinensischer Jugendlicher von einem Siedler erschossen - auf offenenr Strasse, weil dieser ihn geaergert hatte... Habt ihr davon in Deutschland was mitbekommen?
Aber keine Sorge, so etwas passier in Bethlehem nicht - hier ist so ziemlich die ruhigste Gegend ganz Palaestinas!
Geht es euch denn gut? Ich komme leider nicht oft dazu mails zu beantworten - habe nur in der Schule Internet - zu Hause ganz selten...
Wuerde mich freuen, mal wieder aus der Heimat zu hoeren - oder auch von jedem anderen Flecken der Erde :-)
Eure Wiebke
Ps: Sorry Michi, wie waers mit ner mail?
Montag, 17. September 2007
:-)
So, hier schon der naechste Eintrag - passiert so einiges im Moment...
Also, das mit dem Seminar in Israel wird wohl nicht klappen; es gibt leider keine Plaetze mehr :-(. Naja.
Heute ist schon wieder Montag, dh schon wieder Schule. Schon wieder deshalb, weil ich den ganzen Sonntag auf Achse war.
Morgens um 10h sind Steffen (ein Freund von Jonathan) und ich nach Bethlehem gefahren, um ein Geschenk fuer Laura zu kaufen. Sie ist meine Gastschwester und hatte gestern Geburtstag (13J.). Kaum war ich wieder zurueck wurde ich auch schon von einer Lehrerin abgeholt, die mich zum Lunch eingeladen hatte. Mit ihr und ihre Familie verbrachte ich einen wunderschoenen Tag in deren Villa - mit Aufzug. Treppe? Zu hart fuer die Kinder... :-) Naja, jedenfalls konnte ich mich zum ersten Mal mit jemandem richtig gut unterhalten. Schoen! Ausserdem hatte ich zum ersten Mal die Moeglichkeit mit jemandem von hier ueber die zweite Intifada zu sprechen, insbesondere ueber die 40 Tage Ausgangssperre.
Man kann sicher sein, dass jeder (!) hier seine Geschichte hat. Falls jemand von euch Interesse hat, einfach in den Koment schreiben.
Naja, als ich wieder zu Hause war, war der Geburtstag schon in vollem Gange und ich versuchte den Maedchen "Schokoladen-essen" zu zeigen - hat auch geklappt und sie hatten einen heiden Spass.
Damit aber nicht genug, schon wartete der naechste Termin: Wir Deutsche waren bei der naechsten Familie eingeladen. Dort sassen wir noch bis spaet in den Abend, und heute nach der Schule gehts direkt zur naechsten Familie zum Lunch...
Also, nicht ist mit abnehmen - wenn das so weiter geht bewege ich mich in ein paar Monaten rollend voerwaerts!
w
Also, das mit dem Seminar in Israel wird wohl nicht klappen; es gibt leider keine Plaetze mehr :-(. Naja.
Heute ist schon wieder Montag, dh schon wieder Schule. Schon wieder deshalb, weil ich den ganzen Sonntag auf Achse war.
Morgens um 10h sind Steffen (ein Freund von Jonathan) und ich nach Bethlehem gefahren, um ein Geschenk fuer Laura zu kaufen. Sie ist meine Gastschwester und hatte gestern Geburtstag (13J.). Kaum war ich wieder zurueck wurde ich auch schon von einer Lehrerin abgeholt, die mich zum Lunch eingeladen hatte. Mit ihr und ihre Familie verbrachte ich einen wunderschoenen Tag in deren Villa - mit Aufzug. Treppe? Zu hart fuer die Kinder... :-) Naja, jedenfalls konnte ich mich zum ersten Mal mit jemandem richtig gut unterhalten. Schoen! Ausserdem hatte ich zum ersten Mal die Moeglichkeit mit jemandem von hier ueber die zweite Intifada zu sprechen, insbesondere ueber die 40 Tage Ausgangssperre.
Man kann sicher sein, dass jeder (!) hier seine Geschichte hat. Falls jemand von euch Interesse hat, einfach in den Koment schreiben.
Naja, als ich wieder zu Hause war, war der Geburtstag schon in vollem Gange und ich versuchte den Maedchen "Schokoladen-essen" zu zeigen - hat auch geklappt und sie hatten einen heiden Spass.
Damit aber nicht genug, schon wartete der naechste Termin: Wir Deutsche waren bei der naechsten Familie eingeladen. Dort sassen wir noch bis spaet in den Abend, und heute nach der Schule gehts direkt zur naechsten Familie zum Lunch...
Also, nicht ist mit abnehmen - wenn das so weiter geht bewege ich mich in ein paar Monaten rollend voerwaerts!
w
Donnerstag, 13. September 2007
die ersten Kontakte
So, so langsam steige ich in den Schulalltag ein - morgens um sechs raus, um sieben in die schule, dann meistens erstmal Hohlstunden, aber natuerlich unterrichte ich auch fleissig. Mittags gegen 2/3h ist der Arbeitstag rum. Eigentlich ganz angenehm, wenn da nicht die 8. Klasse waere. Sechs Jungs, hyperaktiv und absolut nicht gewillt Deutsch zu lernen (Englisch koennen sie leider auch noch nicht...). Ganz im Gegenteil dazu die 10er: super lieb, immer freundlich und sehr (!) wissbegierig.
Gestern bin ich das erste Mal nach Talitha Kumi gelaufen (10min.), einer deutschen Schule, in der auch vier Freiwillige aus Deutschland wohnen und arbeiten. Eine davon ist Sarah, die ich bereits vom Bewerbungs-Wochenende einer anderen Organisation kenne. Ueber sie werde ich wohl nun auch mein endgueltiges Visum (1Jahr) bekommen, was doch beruhigend ist :-). Ausserdem gibt es hier von der deutschen Botschaft aus immer wieder Seminare fuer alle deutschen Freiwilligen in ganz Israel und Palaestina; das erste ist in ein paar Wochen und ich werde wohl auch teilnehmen koennen :-).
Aber auch mit Einheimischen kommt man super schnell in Kontakt - die ertse Einladung zum Essen steht und mit den Kollegen ist man generell per "Du". Nur mit Salameh (mein Gastvater und Direktor der Schule) habe ich manchmal so meine Probleme, da er nicht wirklich zu sagen scheint, wenn ihm etwas nicht passt - was er aber mit seinem tief schwarzen Humor ausgleicht. So sprachen wir zB ueber die israelischen Soldaten nebenan (Checkpoint), dass sie so nett seien, dass sie einem sogar Salz fuer die Wunden geben wuerden. Daraufhin Salameh: "They are so nice, they even give you wounds for your salt"... Naja, jeder geht anders mit der Situation um.
w
Gestern bin ich das erste Mal nach Talitha Kumi gelaufen (10min.), einer deutschen Schule, in der auch vier Freiwillige aus Deutschland wohnen und arbeiten. Eine davon ist Sarah, die ich bereits vom Bewerbungs-Wochenende einer anderen Organisation kenne. Ueber sie werde ich wohl nun auch mein endgueltiges Visum (1Jahr) bekommen, was doch beruhigend ist :-). Ausserdem gibt es hier von der deutschen Botschaft aus immer wieder Seminare fuer alle deutschen Freiwilligen in ganz Israel und Palaestina; das erste ist in ein paar Wochen und ich werde wohl auch teilnehmen koennen :-).
Aber auch mit Einheimischen kommt man super schnell in Kontakt - die ertse Einladung zum Essen steht und mit den Kollegen ist man generell per "Du". Nur mit Salameh (mein Gastvater und Direktor der Schule) habe ich manchmal so meine Probleme, da er nicht wirklich zu sagen scheint, wenn ihm etwas nicht passt - was er aber mit seinem tief schwarzen Humor ausgleicht. So sprachen wir zB ueber die israelischen Soldaten nebenan (Checkpoint), dass sie so nett seien, dass sie einem sogar Salz fuer die Wunden geben wuerden. Daraufhin Salameh: "They are so nice, they even give you wounds for your salt"... Naja, jeder geht anders mit der Situation um.
w
Mittwoch, 12. September 2007
Die ersten Tage
So, nun bin ich also in Bet Jalla angekommen.
Nach einem angenehmen Flug, einer Busfahrt quer durchs Land und einem Fussmarsch durch Jerusalem bin ich schliesslich dank Jonathans hilfe in meinem neuen Heim gelandet.
Die Wohnung ist recht gewoehnungsbeduerftig, aber in Ordnung und die Familie hat mich freundlich aufgenommen. Allerdings ist alles noch sehr anstrengend, da ich seit meiner Ankunft kaum eine ruhige Minute hatte.
Am Montag gings direkt in die Schule um alles/alle kennen zu lernen und meine zukuenftigen Klassen zugeteilt zu bekommen (7., 8., 9., 10.). Danach noch zum Training der Frauen-Fussball-Nationalmannschaft. Gestern bin ich mit Jonathan und seinen Freunden, die gerade hier Urlaub machen, durch das Vadi Quilt (?) gewandert - sehr anstrengend, aber wunderschoen!
Naja, in fuenf Minuten geht der Unterricht los...
Gruesse aus dem sonnig warmen Palaestina, Wiebke
Nach einem angenehmen Flug, einer Busfahrt quer durchs Land und einem Fussmarsch durch Jerusalem bin ich schliesslich dank Jonathans hilfe in meinem neuen Heim gelandet.
Die Wohnung ist recht gewoehnungsbeduerftig, aber in Ordnung und die Familie hat mich freundlich aufgenommen. Allerdings ist alles noch sehr anstrengend, da ich seit meiner Ankunft kaum eine ruhige Minute hatte.
Am Montag gings direkt in die Schule um alles/alle kennen zu lernen und meine zukuenftigen Klassen zugeteilt zu bekommen (7., 8., 9., 10.). Danach noch zum Training der Frauen-Fussball-Nationalmannschaft. Gestern bin ich mit Jonathan und seinen Freunden, die gerade hier Urlaub machen, durch das Vadi Quilt (?) gewandert - sehr anstrengend, aber wunderschoen!
Naja, in fuenf Minuten geht der Unterricht los...
Gruesse aus dem sonnig warmen Palaestina, Wiebke
Dienstag, 4. September 2007
Hallo ihr Lieben!
So, bald geht es los - genau genommen schon in fünf Tagen; Sonntag den 09.09.2007 um 13:30h werde ich (hoffentlich) in Tel Aviv landen.
Im Moment bin ich noch mit allen möglichen Vorbereitungen zu Gange, die Aufregung hält sich jedoch in Grenzen - ist alles recht irreal. Ich bin jedoch sehr sehr froh, dass jetzt doch noch alles geklappt hat und dass es jetzt endlich los gehen kann; viele von euch werden wissen, wovon ich spreche...
Also, ich würde mich freuen, wenn diese Seite auch dazu dienen könnte mit einigen von euch in Kontakt zu blieben -> schreibt fleißig!
Bis bald! w
Im Moment bin ich noch mit allen möglichen Vorbereitungen zu Gange, die Aufregung hält sich jedoch in Grenzen - ist alles recht irreal. Ich bin jedoch sehr sehr froh, dass jetzt doch noch alles geklappt hat und dass es jetzt endlich los gehen kann; viele von euch werden wissen, wovon ich spreche...
Also, ich würde mich freuen, wenn diese Seite auch dazu dienen könnte mit einigen von euch in Kontakt zu blieben -> schreibt fleißig!
Bis bald! w
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